Am markantesten für die Namensgebung dieser Zusammenstellung verschiedener Rüstungsteile ist der Topfhelm. Seit dem 13. Jahrhundert ist der Typus des Topfhelms als Helm mit vollständigem Gesichtsschutz weit verbreitet gewesen und in vielen verschiedenen Varianten gefertigt worden. Üblich ist die namensgebende, topfartige Form (im englischen Sprachraum ist der Helmtypus übrigens unter „great helm“ verbreitet) und die Fertigung aus wenigen, verhältnismäßig großflächigen Blechen sowie die schlitzförmigen Sichtöffnungen. Spätere Ausführungen können sogar ein aufschlächtiges Visier aufweisen. Auf den Schlachtfeldern des 13. und 14. Jahrhunderts könnte man diese Art des Kopfschutzes für einen langen Zeitraum als einen Standardtypen bezeichnen, den die entsprechend vermögenden Ritter trugen. Nicht umsonst ist der Topfhelm, sozusagen als Erkennungsmerkmal des gepanzerten Reiters, in abstrahierter Form auch in der Heraldik übernommen worden. Überhaupt löste die Entwicklung dieses Helmtypus mit vollständig verdecktem Gesicht vermutlich die Einführung der aufwendigen heraldischen Erkennungszeichen aus, die in Form von Figuren und Draperien am Helm befestigt wurden.
Da der Topfhelm heute – nicht unbegründet – bis in die besser oder sogar oberflächlicher recherchierte Popkultur gelangt ist und gerade in Verbindung mit Kreuzfahrern der späteren Kreuzzüge ins Heilige Land assoziiert wird, lag die Wahl des Namens beinahe auf der Hand. Auch die anderen Einzelteile, aus Blech gefertigte Panzerteile, die die besonders gefährdeten Körperstellen schützen sollten, die das darunter befindliche Kettenhemd nicht abdeckte, passen in das angedachte, zeitliche Schema. Eine Rüstung in dieser Art könnte ab dem 13. Jahrhundert getragen worden sein. Der nahezu eklektisch wirkende Charakter einzeln hergestellter und dann zusammengetragener Bestandteile entspricht ebenfalls den Gepflogenheiten des Hochmittelalters. Nur besonders gut betuchte Adelsleute waren in der Lage sich eine vollständige Körperpanzerung neu und auf Maß anfertigen zu lassen. Oft wurden Teile von Rüstungen in der Familie vererbt, weshalb auch veraltete Modelle durchaus noch lange getragen wurden. Zudem konnten einzelne Stücke von besiegten Gegner in Schlachten oder Turnieren erbeutet und der eigenen Ausrüstung hinzugefügt werden.

Der hier gezeigte Harnisch entspricht also durchaus dem Bild eines Kriegers der Zeit um 1250.

Topfhelm

  • 2005
  • Stahlblech 1,5mm
  • Vollnieten 5mm


Kettenhemd

  • 2003
  • ca. 14 kg Draht, ø1,8mm
  • Innendurchmesser der Ringe ca. ø8mm
  • Aussendurchmesser der Ringe ca. ø10mm


Panzerarme

  • 08/2006
  • Stahlblech 1mm
  • Scharniere, Stahlblech 0,75mm
  • Nieten mit Halbrundkopf 5mm
  • vorgefertigte Lederriemen


Panzerkragen und -schultern

  • 2009/10
  • Stahlblech 1,5mm
  • Vollnieten 5mm
  • Lederriemen